Magdalenenaltar

Quelle: Rhön GmbH, Autor: Michelle Orth

Beschreibung

Der Magdalenenaltar befindet sich in der Stadtpfarrkirche Maria Magdalene in Münnerstadt. 

Der Haupteingang des Gotteshauses führt durch die spätromanische Vorhalle (Turmuntergeschoß). Das innere, breite Spitzbogenportal zeigt romanische Knospenkapitäle mit aufgesetzten weiblichen Maskenköpfen. Von der Vorhalle führt nach rechts eine Pforte in die Schunterkapelle (1428), die als Wesentlichstes eine überlebensgroße Ölberggruppe und eine Reliefdarstellung der Gregoriusmesse birgt. Nach Betreten der Kirche steht man unter dem feingliedrigen Rippengewölbe der Empore, das wie die Steinfiguren St. Michael und Johannes Ev. (an der Rückwand) aus der Juliuszeit (um 1610) stammt. An den Wänden der Seitenschiffe steht eine Fülle meist wertvoller Epitaphien des 15./16. Jahrhunderts, die Gestühlreihen entlang sind 18 kunstvolle Prozessionsstangen (1770/80) aufgestellt, die 14 Stationsbilder schuf 1930 der Würzburger Goldschmied J. Amberg. Im Chor steht ein schlichter moderner Altartisch mit einem Schwebekreuz des Würzburger Künstlers Bausenwein. An den Gewölberippen thronen auf Konsolen sechs Tonfiguren der Apostel (um 1410). Einzigartig sind die gotischen Glasgemälde der sieben Chorfenster. 
Der einstige Hochaltar der Kirche war Riemenschneiders Magdalenenaltar, den der damals junge Meister 1490/92 für 145 Gulden anfertigte. Riemenschneiders Eigenwilligkeit, dem Lindenholz durch feinste Meißelarbeit gleichsam Leben einzuhauchen und auf eine Farbfassung der Figuren zu verzichten, veranlaßte die Bürger, den zehn Jahre später in Münnerstadt weilenden Nürnberger Meister Veit Stoß gegen einen Lohn von 220 Gulden mit der Farbfassung des Altars zu beauftragen. 1831 wurde der Flügelaltar zerlegt und teilweise verschleudert (durch Kopien ersetzt). Auf der Rückseite des Altars befinden sich die einzigen Gemälde des Malers und Kupferstechers Riemenschneider, die erhalten geblieben sind.

Die beiden noch erhaltenen farbigen Reliefs der hl. Magdalena hängen an den Chorwänden einander gegenüber, daneben ein Kreuzigungsrelief des Veit Stoß. Rechts im Chor ein Tafelbild des Marientodes, um 1420 vom Meister des Imhofaltars gemalt. An der Wand hinter dem linken Seitenaltar sind Werke der beiden großen spätgotischen Meister vereint: vier 1503 von Veit Stoß gemalte Tafelbilder der Kilianslegende, umrahmt von den figürlichen Resten des Riemenschneiderschen Magdalenenaltars, die 1954 von ihrer Farbübermalung befreit wurden: links St. Kilian rechts St. Elisabeth. Oben in der Mitte der Gnadenstuhl, zu Seiten die beiden Johannes. Rechts vorm Chor die kleine Ritterkapelle mit Resten spätgotischer Fresken in den Gewölbefeldern und an den Wänden; sie beherbergt den Rita-Altar (1930). Im rechten Seitenschiff stehen vor dem dunklen Hintergrund des Kapellenbogens der Kreuzaltar mit einer Kreuzigungsgruppe, um 1500 geschaffen von einem Riemenschneiderschüler. Beiderseits des Mittelganges stehen vor Chor und Kanzel zwei Taufsteine: ein spätgotischer (1493) mit Maßwerk- und Krabbenverzierung und eine reichgeschmückte Renaissanceschöpfung (1613) des Steinmetzen Georg Prünn.

Der Magdalenenaltar befindet sich am Premiumwanderweg Extratour "Michelsburg".

Kontakt

Kirchplatz 7, 97702 Münnerstadt, Deutschland
+49 09733 9630
+49 09733 9001
pfarrei.muennerstadt@bistum-wuerzburg.de

Öffnungszeiten

Hier finden Sie die aktuellen Gottesdienstzeiten. 

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Stadtpfarrkirche befindet sich ca. 700 m vom Bahnhof (Dauer 9 Minuten zu Fuß) entfernt.

Außerdem kann sie mit den Buslinien 8152 und 8162 über die Haltestelle "Marktplatz, Münnerstadt" erreicht werden. 

Hier ist eine direkte Verbindungsabfrage von einem beliebigen Startpunkt möglich. 

Anfahrt

Von der A71 kommend die Abfahrt 26 (Münnerstadt) nehmen und der B287 bis Münnerstadt folgen. 

Die Stadtpfarrkirche befindet sich im Stadtzentrum. 

Parken

Parkmöglichkeiten befinden sich bei der Stadtpfarrkirche. 

Weitere Informationen

Preise

Es ist umsonst. 

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