Großarltal: Salzburger Almenweg - Etappe 16

Quelle: Salzburger Almenweg, Autor: Tourismusverband Großarltal

Filzmooshöhe, 2.103 m
Ellmaualm, 1.794 m
Weißalm, 1.724 m
Loosbühelalm, 1.769 m
Filzmoosalm, 1.710 m

Die Tour

An den Flanken des mächtigen Draugsteins durchs Ellmautal

Das Großarltal wird auch das „Tal der Almen“ genannt: Von der Tappenkarseehütte führt die heutige Wegstrecke durch weitläufiges Almengebiet bis zur Loosbühelalm, eine zertifizierten Almsommerhütte.

Wer nun denkt „Kenne ich eine Alm, kenne ich alle“, der wird eines Besseren belehrt. Eine jede Hütte wird von den Familien geprägt, die sie seit Generationen bewirtschaften. Die Almwirtschaft mit ihren hunderten von Handgriffen und mühevollen Arbeiten ist ein Idyll, für das es viel Liebe und Hingabe bedarf. Zur großen Freude der Wanderer halten heimatverbundene Almleute das Erbe ihrer Altvorderen in Ehren und die Hütten offen. Einkehren lohnt sich allemal: Serviert werden traditionelle Almgerichte, allen voran die berühmten Großarler Käsespezialitäten, aber auch himmlische Mehlspeisen. Meist wird die Butter noch selbst gerührt und in alten Modeln gepresst.

Am Ende des Tages wird auf der 1.769 Meter hoch gelegenen Loosbühelalm genächtigt, von der aus man – gemeinsam mit den Kühen und Ziegen – einen prächtigen Sonnenuntergang genießt.

Am Wegesrand

Auf allen Hütten entlang des Salzburger Almenweges in Hüttschlag und Großarl können Wanderer die „Großarltaler Almgeheimnisse“ lüften. Es handelt sich dabei um Rezepte von hütteneigenen Almschmankerln wie etwa Muas, Kasnockn mit Knetkäse, Bauernbratl mit Erdäpfeln, Bauernkrapfen, Schwarzbeernockn oder Ansatzlikör. Die Rezeptkärtchen können in einem handlichen Holzmäppchen gesammelt werden, das im TVB Großarltal für einen geringen Unkostenbeitrag erhältlich ist.

Almenweg Geschichte(n)

Vom Filzmoossattel führt der Salzburger Almenweg über weite, von Zirben durchsetzte Almwiesen hinunter zur Filzmoosalm. Die Zirben, die hier oft auf kargem Felsboden wachsen, sind mehrere hundert Jahre alt und trotzen Wind und Wetter, Schnee und Kälte. Die „Königin der Alpen“ – wie der Baum auch genannt wird – ist bestens an das harte Leben im Hochgebirge angepasst. Seine ätherischen Öle wirken positiv auf den Organismus des Menschen, verlangsamen den Herzschlag und versprechen dadurch intensive Erholung. Wer nur eine Nacht in einem Zirbenbett schläft, spart sich gewissermaßen die Herzschläge von einer Stunde. Der Geruch von Zirbenholz vertreibt auch Motten – ein Grund, warum früher oftmals Kleiderschränke aus Zirbenholz gefertigt wurden.

Almenweg Stärkung

Für Liebhaber von Ziegenmilch und Ziegenkäse ist die Loosbühelalm ("Klausalm") ein besonderer Geheimtipp: Auf der 2010 errichteten Almsommerhütte gibt es neben der herkömmlichen Jause mit selbst gemachten Ziegen- und Kuhmilchköstlichkeiten auch warme Gerichte. Rund 70 Rinder und 20 Ziegen verbringen den Sommer auf der Alm.

Autorentipp

Seit 2018 bewirtschaften Bettina und Manfred Huber vom Prommegghof in Großarl mit viel Liebe und Hingabe ihre Filzmoosalm. Gemeinsam mit ihren zwei kleinen Töchtern und den Pinzgauer Rindern verbringen sie den ganzen Sommer auf der Alm und verarbeiten direkt vor Ort die frische Milch zu Butter und Käse. Ihr selbstgemachter Großarler Sauerkäse wurde mit dem „Almenweg Schmankerl des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Serviert werden zudem feinste Almschmankerl wie Käsejause, selbst gebackenes Brot und Kuchen.

Info

Schwierigkeit
mittel
Aufstieg
591 hm
Abstieg
649 hm
Tiefster Punkt Filzmoosalm
1710 m
Höchster Punkt Filzmoossattel
2077 m
Dauer
4:00 h
Strecke
8,9 km

Details

Kondition
Erlebnis
Landschaft
Technik

Beste Jahreszeit

Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember

Wegbeschreibung

Start

Tappenkarseehütte (1.825 m), Kleinarl

Ziel

Loosbühelalm (1.769 m), Großarl

Weg

Von der Tappenkarseehütte folgt der Salzburger Almenweg über den Weg Nr. 722 dem westlichen Ufer des Tappenkarsees bis zur Tappenkarseealm, die in rund 20 Minuten Gehzeit erreicht ist. Nun gilt es, über den nach Westen führenden Weg Nr. 87 die rund 300 Höhenmeter zum 2.077 Meter hohen Draugsteintörl zu bewältigen, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe. Von hier geht es nach Westen hinab Richtung Draugsteinalmen, jedoch nimmt man oberhalb dieser an einer Weggabelung den Weg Nr. 54a in wunderbarer Höhenlage und mit entsprechendem Panorama entlang der Südwestflanke des mächtigen Draugsteins zum 2.062 Meter hohen Filzmoossattel (von der erwähnten Weggabelung wären die bewirtschafteten Draugsteinalmen – auch mit Übernachtungsmöglichkeit ausgestattet – in 10 Minuten erreichbar).

Vom Filzmoossattel aus kann ein Abstecher auf den 2.358 Meter hohen Draugstein unternommen werden: Der imposante Kalkstock bietet einen herrlichen Panoramablick. Das 2015 neu errichtete Gipfelkreuz besteht aus 150 Einzelteilen und steht symbolisch für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Für Auf- und Abstieg sollten insgesamt rund 1 ½ Stunden Gehzeit eingerechnet werden. Festes Schuhwerk, Trittsicherheit, alpine Erfahrung (kurze, seilversicherte Stelle) und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich.

Auf jeden Fall sollte man vom Filzmoossattel den fünfminütigen Aufstieg in westliche Richtung auf die Filzmooshöhe mit ihrem imposanten Strahlenkreuz aus Krummholz unternehmen.

Zurück am Filzmoossattel, verläuft der Almenweg über den Weg Nr. 57 gerade hinab zur rund 350 Höhenmeter tiefer gelegenen Filzmoosalm (1.710 m), die nach ungefähr einer Stunde Gehzeit (ohne Abstecher auf den Draugstein) erreicht ist und von Bettina und Manfred Huber bewirtschaftet wird: Auf der zertifizierten Almsommerhütte sollte unbedingt eine traditionelle Käse- oder Brettljause probiert werden.

Von hier führt ein Forstweg (Weg Nr. 63) parallel die Hänge unter Nebeleck und Herrenkköpfl entlang zur nicht bewirtschafteten Achtalm und ab dort als schöner Almsteig teils durch den Wald und teils über Almweiden zur Loosbühelalm, dem heutigen Etappenziel.

Etappenvariante 12a: Franz-Fischer-Hütte - Tappenkarseehütte - Loosbühelalm

Für jene, die am Vortag Etappenvariante 11a gewählt haben und einen kurzen Abstecher in den Salzburger Lungau zur Franz-Fischer-Hütte gemacht haben geht es heute auf Etappenvariante 12a wieder zurück auf den Salzburger Almenweg. Sobald Sie bei der Tappenkarseehütte angekommen sind, geht es wieder der Originalroute 12 weiter bis zur Loosbühelalm. Sie haben auch die Möglichkeit bei der Hütte gleich bergan zum Draugsteintörl zu wandern uns sich ein paar Körner und Höhenmeter zu sparen, anstatt zurerst zum Tappenkarsee abzusteigen und bei der Tappenkarseealm wieder den steilen Bergweg zum Draugsteintörl zu nehmen. 

Variante 12b über den Ellmautal-Höhenweg: (Wegmarkierung Nr. 64)

Alternativ zum Weg über die Almen kann man ab dem Filzmoossattel auch dem Ellmautal-Höhenweg folgen. Die Gehzeit verlängert sich dadurch nur unwesentlich. Aussicht und Panorama sind am Höhenweg sogar noch schöner, allerdings fehlen hier oben die Einkehrmöglichkeiten.

 

Einkehr- (E) und Übernachtungsmöglichkeit (Ü)

Draugsteinalm – Steinmannhütte (1.778 m), (Kurzer Abstecher nach dem Draugsteintörl linker Hand), Juni bis Ende September, T. +43 6417 265 E / Ü / zertifizierte Almsommerhütte

Draugsteinalm – Schrambachhütte (1.778 m), (Kurzer Abstecher nach dem Draugsteintörl linker Hand), Juni bis Ende September, T. +43 664 7670652 E / Ü

Filzmoosalm (1.710 m), (nach ca. 3 Stunden) Mitte Juni bis Anfang Oktober, T. +43 664 390 66 40 E/Ü/Almsommerhütte

Loosbühelalm (1.769 m), Großarl (nach ca. 4 Stunden) Anfang Mai bis Ende Oktober, T. +43 676 44409518 E/Ü/Almsommerhütte

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Hüttschlag am besten über den Bahnhof St. Johann im Pongau erreichbar. Von hier führt die Postbuslinie 540 nach Hüttschlag und die Linie 541 von Großarl ins Ellmautal zum Parkplatz Grundlehen. Die Nutzung beider Postbuslinien ist mit gültiger Gästekarte für einen Euro pro Person und Fahrt möglich.

Parken

Wer mit dem Auto anreist, kann dieses in Hüttschlag auf dem Parkplatz im Ortszentrum nahe der Schappachkapelle oder am Parkplatz Grundlehen im Ellmautal kostenlos für mehrere Tage parken. Bitte die „Almenweg-Parkuhr“ aus der Broschüre im geparkten Auto hinterlegen!

Weitere Informationen

Alle weiteren Informationen rund um den Salzburger Almenweg finden Sie hier.

Ausrüstung

Hier finden Sie alles rund um den passenden Wanderschuh, die perfekte Ausrüstung und die richtige Geh-Technik.

Sicherheitshinweise

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