Wagrainer Kulturspaziergang

Quelle: Pongau

Wagrainer Pfarrhof
Grabstätte Joseph Mohr
Grabstätte Waggerl und Exner
Pfarrkirche Wagrain
Joseph Mohr Schule
Waggerlkasten
Waggerl Haus
Kräutergarten
Marktkirche Wagrain
Pflegerschlössl Wagrain
Wappen Wagrain

Die Tour

Erleben Sie Wagrain, wie K. H. Waggerl es beschrieben hat: "Ein Fleckchen, in dem man nach Unverfälschtem nur zu suchen braucht und in dem man als Gast stets herzlich willkommen ist."

1) Karl Heinrich Waggerl Kasten: Südlich des Pfarrhofes befindet sich ein kleiner zweigeschossiger Getreidespeicher, der ehemals Teil eines Bauernhofes war und den Karl Heinrich Waggerl für museale Zwecke erwarb.

2) Pfarrhof:Der Musiker und Sänger Joseph Mohr beherrschte mehrere Instrumente und leitete einen großen Kirchenchor. Er bewohnte den in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbauten Pfarrhof, ein zweigeschossiges Bauernhaus, das sich südlich der Pfarrkirche am Kirchboden befindet.

3) Joseph Mohr Ausstellung und Grabstätte:In einem einfachen Grab, gleich neben dem Kirchentor – ein geschmiedetes Gitterkreuz bezeichnet die Stelle – liegt Joseph Mohr begraben. Jener Joseph Mohr, der gemeinsam mit Franz Xaver Gruber der Welt innigstes Weihnachtslied "Stille Nacht" schuf. Das Lied wurde am Weihnachtsabend 1818 während der Christmette in der St. Nikolaus Kirche zu Oberndorf von den beiden Schöpfern selbst zweistimmig zur Gitarre, zum ersten Mal gesungen. Joseph Mohr, geboren am 11. 12. 1792 in der Dompfarre zu Salzburg und 1815 im Hohen Dom zu Salzburg zum Priester geweiht, wirkte in verschiedenen Pfarren der Erzdiözese als Hilfspriester. Im März 1837 kam er als selbständiger Pfarrvikar nach Wagrain. Mohrs Leben und Arbeit hier waren geprägt von seinem Bemühen um soziale Reformen, die Unterstützung von alten und Not leidenden Menschen bzw. Schulkindern lagen ihm am Herzen. Er regelte das Armenwesen und er veranlasste 1838 den Bau der ersten Volksschule in Wagrain, wobei er dafür sorgte, dass auch die Kinder ärmerer Leute die Schule besuchen konnten. Joseph Mohr, der zeitlebens mit seiner Gesundheit zu kämpfen hatte, starb am 4. Dezember 1848 an einer Lungenlähmung. Aus diesem Anlass findet jedes Jahr am 26. Dezember in der Pfarrkirche Wagrain das Joseph Mohr Gedächtnissingen statt.

4) Karl Heinrich Waggerl:Im Friedhof von Wagrain liegt auch der Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl (* 10. 12. 1897, 4. 11. 1973) begraben. Er lebte mehr als 50 Jahre in dem heute nach ihm benannten Haus am Kirchboden, wo auch seine literarischen Werke entstanden.

Geboren in Bad Gastein am 10. Dezember 1897; Sohn eines Zimmermannes; ärmliche Jugend; Lehrerseminar in Salzburg; Offizier im Ersten Weltkrieg; italienische Kriegsgefangenschaft bis 1920; Heirat mit Edith Pitter und Antritt der Lehrerstelle in Wagrain; schied 1923 wegen chronischer Lungenkrankheit aus dem Schuldienst aus; beginnt zu schreiben; 1930 Veröffentlichung seines Romanerstlings "Brot" im renommierten Insel-Verlag; es folgen weitere Werke: "Schweres Blut" 1931 "Das Jahr des Herrn" 1934, "Mütter" 1935.

Waggerls schriftstellerische Eigenart: Einfachheit des Erzählens in Verbindung mit gütigem Humor und tiefgründiger Nachdenklichkeit; sein Schreiben stammt aus der unmittelbaren, sinnhaft erlebten dörflichen Umgebung und ihren alltäglichen Begebenheiten. K. H. Waggerl engagierte sich auch in den öffentlichen Belangen der Gemeinde Wagrain (Vereinsarbeit, Entwicklung des Fremdenverkehrs, Bürgermeisteramt 1940 etc.).

Gegen die Einvernahme seiner Werke durch den Nationalsozialismus hat sich K. H. Waggerl nicht gewehrt. Nach dem 2. Weltkrieg Bekanntheit durch unzählige Lesereisen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Zunehmend wendet sich Waggerl in seinem Stil den kleinen Prosaformen zu. Von Waggerls Büchern werden mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft und in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Weitere Werke: "Wagrainer Tagebuch" 1936, "Heiteres Herbarium" 1950, "Liebe Dinge" 1956, "Das ist die stillste Zeit im Jahr" 1956, etc.

Neben dem Grab von K. H. Waggerl befindet sich die Grabstätte seines besten Freundes, des akad. Malers Prof. Erwin Exner (1915-1995).

Prof. Erwin Exner:wurde 1915 in Wien als Sohn eines Dekorationsmalers geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, musste aber sein Studium abbrechen und wurde zum Militär eingezogen. Nach dem 2. Weltkrieg kam er nach seiner Entlassung aus der Wehrmacht nach Wagrain und wurde hier ansässig. Er erhielt 1959 das Diplom als akademischer Maler. Seine Stärke waren die Zeichnung und das Aquarell. Er schuf jedoch auch eine große Anzahl (ca. 300) Sgraffitis, die viele öffentliche und private Gebäude im Ort und in der Umgebung schmücken.

Auch für Wagrain war er stets tätig. Er war viele Jahre Obmann des Verkehrsvereins und gründete den Heimatmuseumsverein, den Vorgänger des heutigen Kulturvereins "Blaues Fenster". Prof. Erwin Exner verstarb 1995 kurz nach seinem 80. Geburtstag.

5) Pfarrkirche:Die frühgotische Kirche, dem heiligen Rupert geweiht, in der Mohr als selbständiger Vikar wirkte, wurde 1359 erstmals urkundlich erwähnt. 1486 erfolgte die Erhebung zum Vikariat und 1857 zur Pfarrkirche. 1450 und 1711 kann es zu Erweiterungsbauten und 1890 erfolgt eine Regotisierung der Innenausstattung. Das letzte Mal wurde die Kirche in den Jahren 1996-1998 restauriert.

Die Plastik der Heiligen Familie an der Joseph Mohr Gedächtnisorgel , die Herz-Jesu-Statue und der Tabernakelaufbau stammen aus der Werkstätte des Prof. Jakob Adlhart aus Hallein.

An der Ostsseite der Kirche befindet sich ein Wandbild des bekannten Malers Prof. Ernst Huber, das Wagrain und seine Umgebung darstellt. Prof. Ernst Huber (1895-1960) war häufig Gast bei K. H. Waggerl und erwarb auf dessen Anraten 1941 ein altes Bauernhaus (heute Kirchboden 30), das er fast 10 Jahre bewohnte und wo viele seiner Werke entstanden.

6) Kirchenlinde:Die Linde am Friedhof wird bereits 1570 und 1584 urkundlich erwähnt und dürfte damals schon ein mächtiger Baum gewesen sein. Die urkundliche Eintragung lautet: "Für den Laden (Verkaufsbude am Kirchplatz) undter der Lindtn 30 Pfennig" als Einnahme für die Kirche. Fachleute schwanken in der Altersschätzung zwischen 400 und 500 Jahre (Symbolik siehe Text bei Linde am Marktplatz). Im Text anführen, wann Linde weg gekommen ist! – 2008???

7) Joseph Mohr Schule: Die 1838 von Joseph Mohr geschaffene Schule wurde bald zu klein und musste mehrmals umgebaut werden. 1952, nach einer neuerlichen Erweiterung, wurde sie nach Joseph Mohr benannt.

8) Karl Heinrich Waggerl Haus: Als Karl Heinrich und Edith Waggerl 1920 nach Wagrain zogen, bewohnten die beiden zwei Dachkammern in dem Haus, das jetzt als „.Waggerl-Haus" bezeichnet wird.

Das Haus wurde 1776 erstmals als .Aignerhaus" urkundlich erwähnt, doch die Erbauung liegt sicher noch weiter zurück.

Karl Heinrich Waggerl lebte bis zu seinem Tode (1973) in diesem Haus, wo auch seine literarischen Werke entstanden. Nach dem Tod von Edith Waggerl (1990) erbte die Marktgemeinde Wagrain das Haus samt Inventar, welches nun vom örtlichen Kulturverein "Blaues Fenster" und der Gemeinde als Museum umgestaltet wurde. An der Bausubstanz des Waggerl Hauses hat man so wenig als möglich verändert. Neben Schauräumen, die im Originalzustand erhalten geblieben sind, kann im Museum auch eine umfangreiche Dokumentation über den Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl besichtigt werden. Hier kommt neben seinem Leben, seiner Persönlichkeit, seinem Werk und den kunsthandwerklichen Tätigkeiten auch seine gesellschaftspolitische Bedeutung zur Sprache. Ein schriftlicher Führer und eigens für das Museum produzierte Hörstationen und ein Videofilm runden das Angebot im Museum noch ab.

9) Waggerlwiese: Frau Edith Waggerl hat nach dem Wunsch ihres verstorbenen Mannes K. H. Waggerl das Grundstück 1975 der Gemeinde Wagrain geschenkt.

Die Schenkung der Wiese ist mit der ausdrücklichen Auflage verbunden, diese nicht zu verbauen, sondern darauf eine Parkanlage zu errichten. Es besteht der Plan, auf dem Grundstück einen Lehrpfad anzulegen, in dem alle jene Sträucher und Blumen zu sehen sind, die K. H. Waggerl in seinem "Heiteres Herbarium" beschrieben hat.

10) Kräutergarten: Dieses Grundstück wurde 1981 von der Gemeinde Wagrain mit Unterstützung von Frau Elisabeth Dolezal angekauft. Darauf wurde 1984 der Kräutergarten von Alois Doppler erstmals angelegt und im Laufe der Jahre immer wieder erweitert.

So auch 1991, als der Garten unter der Leitung von Alois Doppler und einer Wissenschaftlerin der Universität Salzburg völlig neu gestaltet, die Kneippanlage verbessert und die Kräuterspirale gebaut wurden. Die Arbeiten leisteten Wagrainer Familien in ihrer Freizeit.

11) Pflegerschlössel: An der Max-Kleb-Promenade liegend, befindet sich das ehemalige, 1794 erneuerte fürsterzbischöfliche Pflegerschlössel (Pflege = Verwaltung, Gericht), im Gegensatz zu bäuerlichen Bauten mit flachen Dächern ist das Pflegerschlössel mit seiner Dachkonstruktion ein typisches Beispiel eines Behördenhauses.

12) Marktkirche: Erzbischof Markus Sittikus ließ 1616 die Kirche zum Heiligen Franziskus vom Dombaumeister Santino Solari als Nebenkirche errichten, weil man die Glocken der Pfarrkirche im Markt nicht hören konnte und der Kirchweg im Winter ständig vereist war.

1651 wurde sie unter Erzbischof Paris Lodron vollendet. Die kleine Barockkirche wurde durch den Brand 1927 sehr in Mitleidenschaft gezogen.

13) Marktlinde: Die so genannte Kaiserlinde am Marktplatz wurde 1880 anlässlich des 50. Geburtstages von Kaiser Franz Joseph I (1830-1916) gepflanzt. Wegen ihrer Langlebigkeit und ihren mächtigen und duftenden Baumkronen werden Linden von Kirchen- und Herrschaftshäusern gerne als Symbole (Dauer und Macht) gesehen und zu besonderen Anlässen gepflanzt.

14) Gemeinde-Wappen-Ortsgeschichte: Das Wappen (Verleihung August 1930) erinnert zunächst an die Herren von Goldegg, die in Rot eine goldene Spitze als Wappen führten und als Begründer von Wagrain bezeichnet werden.

Darüber enthält das Wappen eine Darstellung der am Weg-Rain (Abhang am Gewässer) gelegenen Burg, welche dem Markt den Namen gab. Von 1892 bis 1930 besaß Wagrain ein Wappen, das auf goldenem Grund die Mutter Gottes und ihr Kind zeigt.

Urkundlich wurde der Ort erstmals im Jahre 1234 erwähnt. Die erste schrift­liche Nennung als Markt erfolgte bereits im Jahre 1285. 1459 erhielt Wagrain ein selbständiges Gericht, das aber 1802 wieder dem Pfleggericht St. Johann vereinigt wurde. Ein verheerender Brand im Jahr 1927 zerstörte einen großen Teil der Gebäude um den Marktplatz.

www.wagrain.info

Info

Aufstieg
11 hm
Abstieg
62 hm
Tiefster Punkt 838 m
Höchster Punkt 900 m
Dauer
1:00 h
Strecke
1,5 km

Details

Landschaft

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