Pfarrkirche St. Jodok

Pfarrkirche St. Jodok
Inschrift an der Außenmauer "1302"

Beschreibung

Sehr bald nach ihrer Ansiedlung im 13. Jahrhundert bauten die Mittelberger eine erste Gebetsstätte. Ein Stein mit der Jahreszahl 1302 an der Außenmauer des Chores dürfte als Beweis für die Existenz eines kleinen sakralen Bauwerks gelten.

1390 wurde eine neue Kapelle samt Altar und Friedhof eingeweiht. Schon im Jahre 1391 wurde Mittelberg zur selbständigen Pfarrei erhoben. Bis dahin gehörte der Ort pfarrlich zu Fischen im Allgäu, wohin die Gläubigen den ca. 20 km langen beschwerlichen Mess- und Leichenweg zu gehen hatten. Mittelberg gehörte zur Diözese Konstanz. Das Einzugsgebiet der Pfarrei erstreckte sich damals von Baad über Hirschegg bis in die Schwende und die Parzellen Letze und Zwerwald. Im Jahre  1463 erfolgte ein Neubau der Kirche.

Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Pfarrkirche im Jahre 1693 durch eine Verlängerung um sieben Meter und den Bau der Sakristei sowie einer Empore. Eine Lawine war in diesem Jahr in das Kirchenschiff eingedrungen, weswegen der Haupteingang zugemauert und zwei Seitentüren geöffnet wurden. Der Turm, das Wahrzeichen des Ortes, trägt auf der Nordwestseite die Jahreszahl 1371. Die Tradition berichtet, dass an diesem 66 m hohen Turm etwa 40 Jahre gebaut wurde. Bemerkenswert sind die restaurierten spätgotischen Fresken um 1470, die der Pfarrkirche eine besondere Atmosphäre verleihen. Die Wandbilder stellten einst die „biblia pauperum“ dar, die Bibel für des Lesens unkundigen Gläubigen. Ein kunstgeschichtlicher Schatz ist der Taufstein mit der Jahreszahl 1495. Er hat die Form eines achteckigen Kelches und zeigt die Zeichen der vier Evangelisten und des hl. Jodok, sowie das Wappen des österreichischen  Herzoghauses (Bindeschild) und das Wappen der Katharina von Sachsen, der zweiten  Gemahlin des Landesfürsten Erzherzog Sigismund von Tirol. Er hatte den Walsern den Taufstein zum Geschenk gemacht.

Sehenswert sind weiters die spätgotischen Reliefbüsten des hl. Jodok und hl. Johannes mit Christus, dem „Pantocrator“, sowie eine Pietà aus dem 17. Jahrhundert und das barocke Chorbogenkreuz mit drei Putten. Auf dem runden Deckengemälde ist der hl. Jodok im Gewand eines Mönches und abgelegter Königskrone sowie der Walserheilige Theodul als Bischof mit Glocke und Teufel dargestellt, beide schwebend über dem Ort Mittelberg. In ihrem Heimatort Mittelberg feierten Georg Willam (1981) und Stefan Biondi (1983) ihre Primiz.

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