Große Sandspitze (2.770m) über Laserz- und Panorama-Klettersteig von der Karlsbader Hütte

Quelle: DAV Sektion München, Autor: Helge Tielbörger

Im Laserzklettersteig
Übersicht Laserz-, Panorama- und Ari Schübel Klettersteige
Karlsbader Hütte
Im Abstieg vom Großen Laserzkopf
Am Beginn der Gipfelwand zur Großen Sandspitze
Panorama vom Großen Laserzkopf nach Süden. Von Links: Großer Laserzkopf, Große und Kleine  Galitzenspitze, Große Sandspitze. Von Rechts: Roter Turm, Spitzkofel

Die Tour

Die Kombination des Laserz- mit dem Panorama-Klettersteig ist schon eine tolle Sache. Man umrundet ein Viertel des Laserzkessels, genießt eine atemberaubende Aussicht in alle Richtungen und befindet sich fast immer in Klettergelände. Allerdings benötigt man für diese Runde eine sehr gute Kondition.

Diese Runde kombiniert mehrere Klettersteige. Genau genommen deren drei. Den ersten Teil bildet der Laserzklettersteig, der parallel zu mehreren Kletterwegen die Westwand der kleinen Laserzwand überwindet. Mit mehreren längeren C- und D-Abschnitten ist dies der schwierigere Teil der Runde. Der zweite Abschnitt, der Panoramaklettersteig führt in stetigem Auf und Ab über sechs Gipfel auf einer Kletterlänge von ca. 2km bis zur Großen Sandspitze. Der dritte Teil ist der Ari-Schübel-Steig über den wir im Abstieg bis ins Scharten-Schartl kommen.

Insgesamt ist eine sehr große Kondition für diese Runde erforderlich und man benötigt ein hohes Maß an Trittsicherheit, weil der Weg stellenweise etwas geröllig wird. Die Schwierigkeiten im Klettersteig bewegen sich meist auf B und C Niveau. Aber auch längere D-Stellen sind zu meistern.

Wem die ganze Runde zu viel ist, entscheidet sich für den Laserzklettersteig oder die Große Sandspitze oder verteilt die Tour auf zwei Tage.

Als Tagestour ab der Dolomitenhütte empfiehlt sich der Laserzklettersteig mit Zustieg über den Rudl Eller Steig (insgesamt 1000 Hm, 6h) oder die Überschreitung der Großen Sandspitze (übrigens in beiden Richtungen möglich, insgesamt 1500 Hm, 7h).

Vom Panoramaklettersteig gibt es zwei Notabstiege. Von der Galitzenscharte zwischen Großem Laserzkopf und Großer Galitzenspitze mit Kletterstellen II+ oder vom Bösen Schartl mittels Seilversicherungen hinab ins Laserz.

Autorentipp

Die gemütliche Karlsbader Hütte bietet eine sehr gute Küche und ist das optimale Quartier für 3-5 Klettersteigtage in den Lienzer Dolomiten. Madonnen-, Laserz-, Panorama-Klettersteig, Steige auf den Seekofel und die Weittalspitze. Am Anreisetag evtl. die Galitzenklamm (4 Klettersteige C bis E) besuchen und erst am Nachmittag auf die Hütte wandern.

Info

Schwierigkeit
D
schwer
Aufstieg
900 hm
Abstieg
900 hm
Tiefster Punkt Karlsbader Hütte
2125 m
Höchster Punkt Große Sandspitze
2770 m
Dauer
8:30 h
Strecke
5,6 km

Details

Zustieg -100 m, 1:00 h
Wandhöhe 450 m
Kletterlänge 900 m, 5:00 h
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Exposition
N
O
S
W

Beste Jahreszeit

Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember

Wegbeschreibung

Start

Karlsbader Hütte

Ziel

Karlsbader Hütte

Weg

Von der Karlsbader Hütte folgen wir dem Fahrweg ca. 10 Minuten hinab ins Laserz. Am Fuß der Kleinen Laserzwand zweigt nach rechts der Rudl Eller Steig ab (Schild Rudl Eller Weg, Laserzklettersteig), dem wir bis auf die Westseite der Kleinen Laserzwand folgen. Nach dem tiefsten Punkt geht es noch ein paar Meter wieder bergauf, bis ein weiteres Schild zum Einstieg des Laserzklettersteiges nach rechts weist. Über Schrofen geht es hinauf, bis man die ersten Drahtseile sichtet. Spätestens hier sollte man anseilen, bei viel Andrang evtl. schon am Rudl Eller Weg.

Die Kleine Laserzwand besteht aus fast senkrecht aufgestellten Kalksteinplatten (Dolomit aus dem Mesozoikum), die mit ihrer flachen Seite nach Norden weisen. Der Klettersteig führt also durch die aneinander liegenden, teilweise durch tiefe Schluchten getrennten Schmalseiten der einzelnen Schichten. Wir folgen dem Drahtseil, das sich ununterbrochen bis fast zum Gipfel der Kleinen Laserzwand spannt. Die Schlüsselstelle ist ein kleiner Überhang im oberen Teil. Große haben es hier sicher leichter als Kleine.

Als Rastplatz bietet sich der Gipfel an. Alternativ steigt man über Trittspuren hinab bis zum Wanderweg und folgt diesem nach links bis zum Gipfel der Großen Laserzwand und macht dort Brotzeit.

Den Einstieg zum Panoramaklettersteig findet man, wenn man von der Großen Laserzwand hinab an einer beschilderten Weggabelung unterhalb des Roten Turms nach links abbiegt. Lässt man die Große Laserzwand aus, steigt man von der Kleinen Laserzwand hinab zum Wanderweg, dann links ein paar Meter hinauf und zweigt an der Weggabelung nach rechts ab.

Der Weiterweg ist markiert und leitet unterhalb des Roten Turms in Richtung Grat. Man erreicht ein Schild, das den Beginn des Panoramaklettersteigs markiert. Dort links hinauf. Einen kurzen, steilen Aufschwung kann man auch links einfach umgehen und ist schnell am Grat angekommen und studiert den Weiterweg. Kurz geht es über Schrofen hinab an den Fuß des Großen Laserzkopfes.

Von nun an gibt es kein Vertun mehr. Einfach dem Seil folgen. Zunächst hinab, dann wieder hinauf und wieder hinab und wieder hinauf ….. Stellenweise muss man ohne Drahtseil leichte Kletterstellen (bis I+) in schrofigem Gelände meistern (Vorsicht!). Der Weg wechselt oft die Gratseite. Mal klettert man rechts mit Blick hinab ins Laserz, mal klettert man links mit Blick in dunkle Nord- und Ostwände.

Vom Gipfel der Großen Sandspitze geht es zunächst seilversichert bis in die Scharte zwischen Großer und Kleiner Sandspitze. Dann ohne Seil zunächst querend und dann steil über Schutt hinab in die Westseite der Kleinen Sandspitze.

Nach einer kurzen Rinne suchen wir aufmerksam nach Markierungen, wenden uns nach links und folgen weiter dem Ari-Schübel-Steig. Alternativ kann man nach rechts hinab dem Gebirgsjägersteig folgen.

Der Ari-Schübel-Steig erreicht nach einer längeren Querung das Scharten-Schartl. Irritierend ist dort ein Schild mit der Bezeichnung Gebirgsjägersteig. Zudem hängen von der Scharte nach Osten hinab Reste von Kunststoffseilen. Nicht verwirren lassen. Wir steigen nach rechts (Westen) hinab. Dort sind an der linken Begrenzung der engen Schuttreiße Seilversicherungen angebracht, die uns den Abstieg erleichtern. Die Schuttreiße weitet sich und wird flacher. Wir folgen dem markierten Weg hinab. Bevor wir zu Hütte kommen können wir uns im Laserzsee erfrischen. Auf der Hüttenterasse genießen wir bei einem Glas Bier die Aussicht sowie den Sonnenuntergang und freuen uns über das Gelingen eines der schönsten Klettersteige der Ostalpen.

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Lienz mit dem Wanderbus zur Dolomitenhütte (1620m). Auskunft Tourismusinformation Lienzer Dolomiten, Europaplatz 1, 9900 Lienz, Tel. +43 (0)50 212400

Anfahrt

Von Lienz in Osttirol über Tristach auf der L318 (Lavanter Straße) bis zur Abzweigung nach rechts in die Dolomitenstrasse. Vor dem Kreithof rechts abbiegen. Ab hier ist die Straße mautpflichtig. Weiter hinauf bis zu Ende der Straße. Von hier in ca. 2h zu Fuß zur Karlsbader Hütte (2260m).

Parken

Großer öffentlicher Parkplatz am Ende der Mautstraße.

Weitere Informationen

Übernachtung und Jause: Karlsbader Hütte

Diese und viele weitere Klettersteigtouren findet ihr auch im Kurs- und Tourenprogramm der Sektionen München und Oberland www.DAVplus.de/alpinprogramm

Ausrüstung

Komplette Klettersteigausrüstung.

Sicherheitshinweise

Begehung nur bei sicherer Witterung. Wer zu früh im Jahr unterwegs ist, muss mit Schneeresten rechnen, die je nach Tageszeit und Temperatur gefroren sein können.

Alle Angaben ohne Gewähr. Das Begehen und Befahren der hier beschriebenen Touren erfolgt auf eigenes Risiko und setzt entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen voraus.

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