Vereinigtenwoche: Kirchgang, Hoher Festtag

Di
27. Jan
2026
Beginn
10:00
Ende
23:59

Die Veranstaltung

Der Dienstag der Festwoche ist der wichtigste Tag der Woche. An diesem Tag wird der Jahrtag, das hohe Fest der Vereinigten gefeiert. Die Geschäfte der Woche ruhen, und es ist eine freudige erfüllte Pflicht der Vereinigten, den Jahrtag gemeinsam zu begehen.

Am Dienstag früh um 09:30 Uhr trifft man sich vor der Herberge zum gemeinsamen Kirchgange "im besten Gewande" wie im "Bruderschaftsbüchlein 1738" geschrieben steht. Die Kommissäre tragen Überrock und Zylinder; der amtierende Kommisär hat das große goldene Hufeisen angesteckt, die Altkommissäre ein kleineres Silbernes. Die verheiratetetn Vereinigten tragen eine Rote, die ledigen Buschen und ide Komissäre Nelke am Revers. Die Verheirateten sollten den "Buschn" rechts angesteckt haben, die Ledigen links.
Die Tamsweger Bürgermusik eröffnet den Zug in die Pfarrkirche. Dahinter geht der Kommissär mit seinen zwei Amtsvorgängern, dann kommen die anderen Alktkommissäre mit dem Bezirkshauptmann und dem Dechant, anschließend die verheirateten Verinigte, am Ende des Zuges geht der Junggesellenpräses mit seinen Mannen.

Um 10:00 Uhr beginnt das Amt. Es ministrieren Vereinigten-Junggesellen. Für den musikalischen Rahmen sorgt die Liedertafel, die sich ja größtenteils aus Mitgliedern des Vereinigten zusammensetzt, und die mit dem Lied "Wohin soll ich mich wenden" das Hochamt eröffnet. Mit den Worten "Ich möchte Euch alle, liebwerte Vereinigte, recht herzlich begrüßen, und diesen Gruß zusammenfassen in dem biblischen Gruß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von Gott unserem Vater, dem Herrn Jesus Christus, dem Heiligen Geist, er sei mit Euch" beginnt der Herr Dechant das Hochamt. Auf seine Predigt zu diesem Fesstag freuen sich die Vereinigten schon lange vorher, und es kann durchaus einmal geschehen, dass an Stelle des vorgesehenen "Amens" der Zuhörer, gewaltiger Applaus die Kirche duchhallt.

Nach dem Amt spielt die Tamsweger Bürgermusik den langen Zug zurück zur Herberge. Es besteht nun die Möglichkeit die Auflage zu bezahlen und die meisten Vereinigten gehen auf eine Jause. Die Junggesellen formieren sich neu und marschieren unter den Klängen der Musik zur Kerzenmutter.

Das Einholen der Junggesellenkerze

In festlicher Tracht gekleidet erwartet die "Kerzenmutter" bereits an der Türe "ihre Buben". Eine kleine Jause und Tee mit Rum zum Aufwärmen sind schon vorbereitet. Der Präses bedankt sich und die Musik bringt ein Ständchen dar. Unter den Klängen des Prebermarsches geht es in langem schmalspurigen Zuge zurück zur Herberge; der Junggesellenpräses mit der schön geschmückten Kerze voran, im Gänsemarsch hinter ihm die Junggesellen. Viele Zuschauer säumen den Weg, und gelegentlich hört man auch einen Juchzer.

Info

Quelle Feratel

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