| Quelle | Tourist Information Bergen |
Sonderausstellung "fotografie & melancholie" - Vinko Vrabec
Museum Maxhütte
2023
Die Veranstaltung
Vinko Vrabec im Museum Maxhütte Bergen
Fotografie & Melancholie
8. bis 27. August 2023.
Mit Vinko Vrabecs Fotografien wird am 8. August die vierte Sonderausstellung im Museum
Maxhütte Bergen eröffnet. Aufgabe der eingeladenen Künstler ist es, thematisch an die
Daueraustellung zur Chiemgauer Eisenindustrie anzuknüpfen. Ihre Arbeiten werfen Schlaglichter
auf das Verhältnis von Natur, Industrie und Arbeit. Idee und Konzept der Reihe verantwortet
Andreas Auer, Ladenbergen.
Vinko Vrabec ist als engagierter Betriebsrat, wesentlicher Ideengeber und Projektemacher der
Rosenheimer Kultur- und DJ-Szene immer auf Achse und ständig unter Strom. Sein fotografisches
Werk hingegen vermittelt Eindrücke von Ruhe und melancholischer Verlassenheit. Den Prozess des
Bildermachens versteht Vrabec als Erdung im atemlosen Arbeitsleben.
In Bergen gilt Vrabecs Interesse der Stimmung des imposanten Industrieensembles Maxhütte: 'Es
ist mir wichtig, mich auf Raum und Ort einzulassen, an dem ich ausstellen darf und mich den
Gegebenheiten vor Ort zu fügen und zu spüren, welche Möglichkeiten er einem bietet'. Er zeigt
sich beeindruckt von der wechselhaften Geschichte der Maxhütte, dem fortwährenden
Überlebenskampf auf der Suche nach immer neuen Marktnischen. Das 1562 gegründete
Eisenhüttenwerk überlebte tiefgreifende industrielle Veränderungen durch die Neuorientierung
von der Roheisengewinnung über die Gusswarenfabrik bis hin zum Maschinenbau. Mit der
Weltwirtschaftskrise kam das Werk in Schwierigkeiten, die letzten Endes zur Schließung im Jahre
1932 führten. 'Genau das hat mich beim ersten Betreten der Maxhütte fasziniert, dass über all
diese Jahrhunderte die Menschen und der Ort sich immer wieder neuen Herausforderungen
stellen mussten, Niedergang und Auferstehung sind unmittelbar miteinander verknüpft', so der
Fotograf. 'Dieser für mich sakrale Ort wirkte sich unmittelbar auf die Auswahl meiner Fotografien
aus – welche Bilder und Formate finden ihr Zuhause in diesen Räumlichkeiten und welche
Gemeinsamkeiten verbinden beide?' Tatsächlich sind die Industriebauten des 19. Jahrhunderts oft
als 'Kathedralen der Arbeit' bezeichnet worden und auch das Museumsgebäude, die ehemalige
Dreherei von 1850, wirkt aufgrund seiner Größe und Gestaltung wie ein Sakralbau, im Querschnitt
einer Basilika ähnlich mit erhöhtem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, unterteilt durch ein
freitragendes Gerüst aus Eisenstützen und überragt vom weithin sichtbaren Industriekamin wie
von einem Kirchturm.
Vrabec hält unspektakuläre Momente der Alltagswelt fotografisch fest, einsame städtische
Straßenecken, verlassene Innenräume, Landschaften, häufig arbeitet er in Schwarz-Weiß. Dabei
wirft er einen besonderen Blick auf Vertrautes und erzeugt eine sanft melancholische Atmosphäre,
die vom Foto auf den Betrachter übergeht. Er setzt natürliches Licht als gestalterisches Mittel ein,
um dem Profanen einen sakralen Moment abzugewinnen. Häuser und Straßen sind träumerisch
nur mit dem verfügbaren Licht des Mondes und der Straßenlaternen erhellt, abweisende
Hochhäuser wärmen sich an der Abendsonne. Die Schönheit der Landschaft dokumentiert er an
unscheinbaren Orten und überlässt die Lichtregie dem dramatischen Wolkenhimmel.
Der Künstler ist am ersten Tag der Ausstellung während der Öffnungszeiten anzutreffen und führt
gerne durch seine Arbeiten.
Laufzeit: 8. bis 27. August 2023, täglich außer Mo von 10 bis 16 Uhr
Finissage: Sonntag, 27. August 2023, 16 Uhr
Ort: Maxhüttenstrasse 10, 83346 Bergen
Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro (Dauer- und Sonderausstellung), Kinder ab 6 Jahren und
Jugendliche 2 Euro, Familienticket 7 Euro
Info: Tourist-Information Bergen T 08662 8321
Pressekontakt: Andreas Auer, E-Mail dandyandy@web.de, T 0170 8307530
Foto: Traunstein, Schaumburger Strasse © Vinko Vrabec
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