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Oscar Maria Graf "Weltbürger" und zugleich "Provinzschriftsteller"

Rathaus - Sitzungssaal

Mo
23. Okt
2023
Beginn
15:00
Ende
16:30
Veranstaltungsort
Rathaus - Sitzungssaal
Rathausplatz 1, 83059 Kolbermoor, Deutschland

Die Veranstaltung

N124Geboren in Berg am Starnberger See als neuntes von elf Kindern eines Landwirts und Bäckermeisters, gestorben in New York, wo er fast 30 Jahre lang im Exil gelebt hatte, 1933 hatte er Deutschland verlassen und war 1958 zum amerikanischen Staatsbürger ernannt worden.
Seine schwere Verwundung im ersten Weltkrieg hatte ihn zum Rebellen werden lassen, er war an der Revolution 1918 beteiligt und wurde zum "Querdenker" (aber nicht im heute üblichen Sinne); 1933 war er mit seiner Lebensgefährten Mirjam Sachs, einer Jüdin, von Österreich aus nicht nach Deutschland zurückgekehrt, fünf Jahre später emigrierte er mit ihr in die USA. Dennoch sah er sich nicht als "Amerikaner", in New York an seinem legendären Stammtisch sah man ihn oft in der Lederhose, er konnte und wollte seine bairische Sprache und demnach auch seine Herkunft nie verleugnen.
Berühmt wurde er als Schriftsteller mit seinem Roman und dem  Abschluss seiner Autobiografie "Das Leben meiner Mutter", mit "Unruhe um einen Friedfertigen" erlangte er enormen Ruhm, was dazu führte, dass sich Zeitgenossen wie Thomas Mann oder Lion Feuchtwanger höchst anerkennenswert über ihn äußerten, Carl Zuckmayer bezeichnete ihn gar als einen der "bedeutendsten Schriftsteller unseres Jahrhunderts". Erst nach der Zeit des Nationalsozialismus, den er konsequent ablehnte, entdeckte man den bayerischen Volksschriftsteller neu als "revolutionären Autor". Graf war in seinem Schaffen geprägt von klarer und am Dialekt geschulter Sprache, seine enorme Beobachtungsfähigkeit und auch der ungemein humane Aspekt seiner Werke machen ihn in der Tat zu einem ungemein wichtigen Schriftsteller, vor allem hier in Bayern. Es soll an ihn erinnert und er soll gewürdigt werden, einer wie Oscar Maria Graf darf nicht vergessen werden.Referent: Willi Schwenkmeier

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